Steigende Stromkosten – Was tun?
Die letzte Preisrunde bei den Energiepreisen ist gerade erst Geschichte und mit dem nun wahrscheinlich folgendem Atomausstieg muss erneut mit Preiserhöhungen gerechnet werden. Als Kunde lässt sich aber inzwischen etwas gegen die Preissteigerungen tun. Der deutsche Strommarkt ist liberalisiert und jeder Haushalt kann zu einem anderen Anbieter wechseln, niemand ist mehr an den regionalen Grundversorger gebunden. Bisher haben jedoch noch nicht viele Haushalte tatsächlich den Anbieter gewechselt, sodass die großen Vier (EnBW, RWE, E.On, Vattenfall) noch immer den größten Anteil am Strommarkt haben. Dabei ist der Wechsel wirklich einfach, sobald der neue Anbieter gefunden wurde, kann der Wechsel beantragt werden. Der neue Versorger kümmert sich dabei um alle weiteren Formalitäten, der Kunde muss den alten Vertrag nicht einmal selbst kündigen. Technische Änderungen sind ebenfalls nicht erforderlich, die bereits vorhandenen Einrichtungen können komplett weitergenutzt werden. Das Einzige, was sich ab dem neuen Vertragsbeginn wirklich ändert, ist der Briefkopf auf der Rechnung und der Rechnungsbetrag. Je nach Region und bisherigen Versorger können bis zu 30 % der bisherigen Rechnung eingespart werden. Zusätzliche Kosten fallen beim Wechsel nicht an, der Kunde muss weder eine Wechselgebühr noch eine Anschlussgebühr oder ähnliches zahlen. Vor dem Wechsel ist lediglich ein genauer Preisvergleich wichtig, damit der günstigste und beste Anbieter gefunden werden kann.
Worauf sollte beim Preisvergleich geachtet werden?
Für den Preisvergleich gibt es verschiedene Rechner im Internet, die für den Vergleich genutzt werden können. Diese benötigen lediglich zwei Grundeingaben: Die Postleitzahl des Wohnortes und den ungefähren Jahresverbrauch. Am einfachsten lässt sich dieser aus der letzten Jahresabrechnung des aktuellen Stromanbieters ermitteln. Wenn diese kurzfristig nicht vorliegen sollte, kann der Kunde Schätzwerte übernehmen, die bei den meisten Vergleichsrechnern angegeben werden. Für einen korrekten Vergleich sollte aber ausschließlich der tatsächliche Verbrauch genutzt werden, da die Schätzwerte oftmals deutlich von der Realität abweichen.
Übrigens liefern nicht alle Vergleichsrechner dieselben Ergebnisse, da nicht alle Vergleichsportale mit denselben Anbietern zusammenarbeiten. Für einen relativ vollständigen Überblick sollten mindestens zwei Vergleichsrechner genutzt werden. Einige Anbieter werden außerdem gar nicht in den Stromvergleichsrechnern berücksichtigt. Dazu gehören in erster Linie Stromgenossenschaften, deren Anzahl in den letzten zwei Jahren sprunghaft angestiegen ist. Sie verfolgen keine Gewinnabsicht, sondern versuchen, möglichst günstige Preise für die Mitglieder zu erreichen.
Wer seinen Stromanbieter wechseln möchte, sollte sich außerdem bereits im Vorwege klar werden, aus welchen Quellen der Strom erzeugt werden soll. Stark im Kommen sind derzeit Öko-Anbieter, die ihren Strom allein aus regenerativen Quellen beziehen. Wie der Strom erzeugt wurde, der beim Kunden aus der Steckdose kommt, lässt sich aber leider nicht steuern. Ökostrom-Anbieter verpflichten sich bei Vertragsschluss, genau die Menge Strom in das Netz einzuspeisen, die der Kunde verbraucht. Da sich der Strom im Netz nicht weiter verfolgen lässt, besteht die Möglichkeit, dass trotz Ökostrom noch immer Atomstrom aus der Steckdose kommt.